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Andropause – Fakten statt Mythen

  • drmenschik
  • 6. Juli
  • 2 Min. Lesezeit

Gibt es Wechseljahre beim Mann? Die Antwort lautet: Ja.


Der Begriff Andropause beschreibt einen schleichenden Abfall der Geschlechtshormone – allen voran Testosteron, aber auch Progesteron und DHEA – verbunden mit einem zunehmenden Unwohlsein, das viele Männer nicht einordnen können.


Ein wichtiger Unterschied zur weiblichen Menopause: Während bei Frauen das Lebensalter der dominante Faktor ist, sind es bei Männern vor allem Stress, Schlafmangel, Schilddrüsenerkrankungen und metabolische Störungen wie Übergewicht oder Insulinresistenz.


Die Andropause ist daher nicht an ein bestimmtes Lebensalter gebunden – betroffene Männer können durchaus zwischen 30 und 80 Jahren alt sein.


Die Beschwerden lassen sich in drei Gruppen unterteilen:

  • Psychisch: Erschöpfung, Reizbarkeit, Konzentrationsstörungen, depressive Verstimmungen bis hin zu Persönlichkeitsveränderungen

  • Körperlich: Muskelschwund, Zunahme von Bauchfett, Schlafstörungen

  • Sexuell: Libidoverlust, Erektionsdysfunktion


Wie ist der Zusammenhang mit der Schilddrüse?

Das Schilddrüsenhormon T3 (Liothyronin) steht in einem unmittelbaren Zusammenhang mit Testosteron und Progesteron. Männer mit einer Schilddrüsenunterfunktion oder einer autoimmunen Schilddrüsenerkrankung wie Hashimoto weisen daher häufig auch einen verminderten Testosteronspiegel auf. Eine vollständige Hormondiagnostik sollte bei Beschwerden daher immer auch die Geschlechtshormone einschließen.

Therapie


Der erste Therapieschritt ist stets die Lebensstilmodifikation: Krafttraining (der stärkste natürliche Testosteron-Stimulus), ausreichend Schlaf, proteinreiche Ernährung sowie gezielte Supplementierung mit Zink, Vitamin D3, Vitamin K2 und Magnesium.


Reicht das nicht aus, stehen neben der Testosteron-Ersatztherapie (TRT) weitere zahlreiche medikamentöse Optionen zur Verfügung, zB LH-Analoga usw. Die Therapie wird individuell abgestimmt und regelmäßig laborchemisch kontrolliert.


Fazit: Ein niedriger Testosteronspiegel ist nicht nur ein Wohlbefindensproblem – er korreliert mit einer Reihe ernsthafter Erkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes und Osteopenie. Wer sich dauerhaft nicht mehr „wie er selbst" fühlt, sollte den eigenen Hormonstatus überprüfen lassen.


Dieses Thema habe ich ausführlich mit Mag. Birgit Fenderl in ihrem Podcast „Von wegen Pause" besprochen – nachzuhören unter: https://pause.podigee.io/32-neue-episode


 
 
 

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